Wenn ich von Gelenkproblemen oder Arthrose in den Beingelenken bei einem Pferd höre, muss ich direkt an mein eigenes erstes Pferd denken. Ich hatte sehr lange auf den Tag gewartet, an dem ich es bekam. Viel Freude hatte ich aber leider dann nicht mit dem Pferd. Denn es war immer wieder lahm und ich konnte es nicht reiten. Insgesamt lebte er 13 Jahre bei mir, von denen ich nur wenige auf ihm saß. Denn er hatte zu starke Schmerzen beim Reiten und das aus gutem Grund. Denn als er zwölf Jahre alt war, wurde bei ihm in mehreren Gelenken starke Arthrose festgestellt. Und mit 17 war er so weit eingeschränkt, dass er kein schönes Leben mehr hatte.

Pferde brauchen Bewegung

Die traurige Geschichte mit meinem ersten Pferd ist schon einige Jahre her. Damals war es für viele Menschen (leider auch teilweise heute noch) normal, dass die Tiere den Großteil des Tages in einer Box standen. Lediglich im Sommer durften Sie für ein bis zwei Stunden auf die Weide, um etwas Bewegung zu erhalten. Den restlichen Tag verbrachten sie aber stehend in einem Stall. Da es sich bei Pferden aber um sogenannte Lauftiere handelt, war dies Gift für ihre Körper.

In der freien Natur bewegen sie sich ungefähr 16 Stunden am Tag und zwar im Schritt, galoppierend oder fressend. Und sowohl der Stoffwechsel wie auch die Gelenke brauchen diese Bewegung, um richtig arbeiten zu können und gesund zu bleiben. Denn wenn die Tiere laufen, fressen oder galoppieren steht die Gelenkschmiere nie still. Zudem kann der Knorpel beim Auftreten diverse wichtige Substanzen aufsaugen, wodurch er genährt wird und seiner Arbeit als Puffer nachkommen kann.

Wenn ein Pferd sehr lange steht, verdickt sich seine Gelenkflüssigkeit und wird zähflüssig. Dadurch kann sie ihrer Schmierfunktion nicht mehr wie benötigt nachkommen. Im schlimmsten Fall erleidet das Tier dann diverse Schäden am Gelenkknorpel. Wird es in einer Box gehalten, sollte es zunächst erst ungefähr zehn bis fünfzehn Minuten langsam im Schritt bewegt werden. Dadurch lassen sich Gelenkprobleme vermeiden. Natürlich ist es besser, wenn es erst gar nicht in einer Box, sondern in einem Bewegungs- oder Offenstall gehalten wird, der sich auf der Wiese befindet.

Manchmal frage ich mich, ob mein erstes Pferd keine Gelenkprobleme bekommen hätte, wenn ich es anders gehalten hätte. Diese Frage kann ich nicht sicher beantworten, da hierbei auch noch diverse andere Faktoren eine Rolle spielen. Aber sehr wahrscheinlich hätte es ihm gut getan, sich mehr zu bewegen.

Eine artgerechte Aufzucht schont die Gelenke

Schon in der Kinderstube lässt sich der Grundstein für einen gesunden Bewegungsapparat eines Pferdes legen. Denn das Skelett eines Fohlens kann sich nur richtig entwickeln, wenn es selber wie auch seine Mutter richtig, abwechslungsreich und ausgewogen ernährt wird. Zudem sollten beide Pferde stets ausreichend Bewegung erhalten, damit die Gelenke, Sehnen und Knochen ideal wachsen können. Insbesondere Fohlen sollten niemals den Großteil des Tages in einer Box stehen.

Junge Pferde nicht beim Einreiten überlasten

In der Regel werden Pferde mit ungefähr drei Jahren eingeritten, Rennpferde müssen häufig sogar schon viel früher arbeiten. Andere Rassen entwickeln sich etwas langsamer und eignen sich daher auch erst später zum Reiten. Auch wenn die Tiere mit circa drei Jahren das Hauptwachstum abgeschlossen haben, sind sie erst mit sieben Jahren komplett ausgewachsen. Denn erst dann haben die Knochen, Gelenke und Sehnen die endgültige Festigkeit erreicht und können belastet werden. Werden junge Tiere beim Einreiten zu stark strapaziert, können in den Gelenken Entzündungen entstehen, die einen Grundstein für eine spätere Arthrose darstellen können.

Wer sein Pferd nicht selber großzieht und auch nicht selber einreitet, hat keinen Einfluss auf diese Punkte. Daher ist es sehr wichtig, beim Kauf eines Tieres möglichst viele Informationen über dessen Vorgeschichte und den Züchter in Erfahrung zu bringen. Auch ich hatte mein erstes Pferd gekauft als es vier Jahre alt und schon eingeritten war. Eventuell hat der Züchter im Vorfeld etwas falsch gemacht und das Tier hat aus diesem Grund Arthrose bekommen. Vielleicht war die Krankheit aber auch angeboren und die Knochen, Knorpel und die Gelenkschmiere deswegen in einem solch schlechten Zustand.

Was genau passiert bei einem Gelenkverschleiß beim Pferd?

Neben den bereits erwähnten möglichen Ursachen, können Gelenke auch einfach altersbedingt verschleißen. Allerdings ist es nicht normal, dass dies schon nach zwölf Jahren der Fall ist (wie bei meinem ersten Pferd). Bemerkt werden kann der Verschleiß an Arthrosen im Gelenk und damit verbundenen starken Schmerzen. Und die Knorpelschädigung (durch regelmäßige Überlastungen oder eine dickflüssige Gelenkschmiere) kann später dann sogar zu Knochenveränderungen führen. Denn wenn der Puffer nicht mehr oder kaum noch vorhanden ist, kommt es im Gelenk zu einer stärkeren Reibung.

Wie kann Arthrose behandelt werden?

Auch wenn Arthrose eine schlimme Erkrankung ist, muss die Diagnose noch längst kein Todesurteil sein. Viele Pferde laufen damit noch einige Jahre und bekommen dann erst größere Probleme. Wichtig ist, dass den erkrankten Tieren möglichst viel Bewegung ermöglicht wird, damit die Gelenke immer gut geschmiert sind. Bei meinem Pferd hat auch das Mittel Gelenk Akut für etwas Linderung gesorgt. Durch die Einnahme hatte es weniger Schmerzen und konnte sich wieder etwas besser bewegen. Zudem gibt es auch einige Ergänzungsfuttermittel, die den Gelenkstoffwechsel aktivieren und unterstützen.

Und auch die Schulmedizin bietet für diese Zwecke einige Therapiemethoden an, wie zum Beispiel Einreibungen, Spritzen in das Gelenk, verschiedene Entzündungshemmer, Eigenbluttherapie oder die Gabe von Hyaluronsäure. Leider ist der Gelenkverschleiß bislang aber noch nicht heilbar. Die aufgelisteten Methoden können nur dafür sorgen, dass das Pferd weniger Schmerzen hat und sich etwas besser bewegen kann. Und im besten Fall wird erreicht, dass der Verschleiß zum Stillstand kommt und nicht weiter voranschreitet.

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