Was ich meinem Herrchen schon immer mal sagen wollte

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Young dog playing in the garden

Immer in der Nähe und in der Abhängigkeit von Menschen leben zu müssen, ist kein Zuckerschlecken. Die meisten behandeln uns Hunde nur wie ein niedliches Spielzeug, und viele Hundebesitzer kommen gar nicht auf die Idee, dass auch wir souveräne Gefühle, Bedürfnisse und Rechte haben. Um dem Grips der Menschen etwas auf die Sprünge zu helfen, habe ich hier mal 20 Gebote für ein würdiges Zusammenleben aufgeschrieben:

  1. Mensch ärgere Dich nicht. Wenn Du endlich nach Hause kommst, freue ich mich, übrigens ganz im Gegensatz zu Deiner Frau, und ich habe nun mal meine eigene Art, meiner Freude Ausdruck zu verleihen, bzw. ich habe überhaupt eine. Wenn meine schmutzige Pfote Deinen Armani-Anzug besudelt, das ist doch nicht so schlimm, ich mag den sowieso nicht riechen. Im Übrigen weiß ich meistens nicht, wann Du kommst, und die Wartezeit ist ja so langweilig.
  2. Ich gebe ja zu, Deine „Befehle“ kapiere ich nicht immer sofort. Du nuschelst immer so. Und dann sind das so viele Worte. Kannst Du Dich nicht mal klarer ausdrücken? Ich bin doch nicht blöd.
  3. Was ich besonders vermisse, und das macht mich auch traurig, ist Dein oftmals fehlendes Vertrauen mir gegenüber. Ich vertraue Dir immer blind. Ich weiß schon, was ich darf, und was nicht, dieses ständige Anleinen ist einfach ekelhaft.
  4. Und wenn ich mal etwas gemacht habe, was aus Deiner Sicht nicht richtig war, dann bestrafst Du mich immer gleich mit Wegsperren. Die lange Einsamkeit tut mir weh, ich möchte doch bei Dir sein, denn ich liebe Dich doch.
  5. Es ist ja richtig, dass wir Hunde etwas kühleres Wetter mögen, aber das hat auch seine Grenzen. Bei Dauerregen oder Schneegestöber kann auch ich mich erkälten und möchte dann lieber auf einer alten Decke neben dem Ofen liegen. Also lass mich immer rein, wenn ich das will.
  6. Du darfst ruhig mit mir reden. Auch wenn ich den Sinn Deines Gebrabbels nicht immer verstehen kann, allein Deine Stimme zu hören, gibt mir das Gefühl von Geborgenheit, und ich fühle mich dadurch auch ernst genommen.
  7. Manchmal gibt es merkwürdige Geräusche im Haus, oder auf der Straße kommt uns so ein lautes Traktorenungetüm entgegen. Solche Dinge verunsichern mich manchmal, und dann brauche ich Deinen Trost und Zuspruch, damit ich weiß, dass davon keine Gefahr ausgeht.
  8. Bestimmt kennst Du das Sprichwort: „Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es wieder heraus.“ Das gilt auch für einen Hund. Wenn Du mich gut behandelst, werde ich Dein bester und treuester Freund sein, aber ich kann auch anders.
  9. Nur eben mal schnell vor die Tür, damit ich mein Geschäft erledige, das ist hundeunwürdig. Geh so oft es Dir möglich ist mit mir nach draußen, denn ich brauche die vielen Düfte in der Natur. Meine Umwelt mit der Nase begreifen, das ist meine Passion.
  10. Ich weiß ja nicht, wie das bei Dir ist, manchmal habe ich den Eindruck, Du magst andere Menschen nicht. Aber für mich ist es sehr wichtig, immer wieder neue Freunde zu finden, mit denen ich spielen, raufen und manchmal auch arg zanken kann.
  11. „Cookies are the dogs best friends“. Also, sei nicht geizig, gib mir Leckerbissen und genug Futter, und leg diese bekloppten Hunderatgeber beiseite. Wenn Du mich nur raus lässt, renne ich mir die paar Kalorien schon weg.
  12. Bitte schlag mich nicht. Das ist kein respektvoller Umgang unter guten Freunden. Ich möchte Dir ja auch nicht in die Hand oder ins Bein beißen. Aber bei großem Stress klappen meine Kiefer animalisch zu mit einer Kraft wie im Schraubstock.
  13. Auch ich habe das Recht auf eine Privatsphäre, und auch ich bin manchmal nicht so gut drauf, dann habe ich eben keine Lust zum Spielen oder ständig betätschelt zu werden. Lass mich dann einfach mal in Ruhe, z. B. mag ich in der Affenhitze im Sommer gern auf den kühlen Fliesen liegen. Und überhaupt, wenn ein Hund älter und reifer wird, dann macht er sich philosophische Gedanken und will nicht viel spielen.
  14. Ich bin so neugierig auf die ganze Welt, zeig sie mir. Nimm mich überall hin mit, mach ständig andere Ausflüge mit mir, notfalls auch in Dein langweiliges Büro, wo diese Zimtzicke von Sekretärin wohnt. Hauptsache, ich kann mit Dir zusammen sein.
  15. Merkst Du denn gar nicht, dass ich sehr gern Neues dazu lerne? Bring mir wieder paar Kunststücke bei, so wie früher, als ich noch Dein „Wolleknäuel“ war. Ich liebe es, wenn Du darüber staunst, was ich alles kann. Allein, gib mir Gelegenheiten dazu, mich zu beweisen.
  16. Ich saue mich gern so richtig ein. Das ist für mich das Größte, und genau dabei unterdrückst Du mich immerzu. Dabei geht doch nichts über so eine faulig-schlammige Pfütze. Ich weiß ja, dass Frauchen keinen Dreck mag und dann immer tierisch meckert. Insofern komme ich Euch schon entgegen und mache das nicht jeden Tag. Aber ich kann doch nichts dafür, dass tief in meiner reinen Seele noch ein wildes Tier wohnt.
  17. Du darfst mich gern öfter berühren. Das gibt mir stets das Gefühl, noch geliebt zu werden. Ohren kraulen und Rücken kratzen machen mich ganz glücklich.
  18. Auch ich bin manchmal krank, habe vielleicht irgendetwas gefressen, wovon ich Bauchschmerzen kriege. Bitte achte sensibel darauf, denn ich kann es doch nicht sagen. Neulich hast Du mir wegen meiner „Sturheit“ eins mit der Leine drüber gezogen. Das war überhaupt nicht in Ordnung. Ich wollte mich doch nur wegen meiner Blähungen zurückziehen, gerade weil Frauchen immer so meckert, wenn „der Hund so furchtbar stinkt“.
  19. Ich habe oft das Gefühl, dass Du mich nicht mehr so liebst wie früher, als ich noch ein quirliger Welpe war. Ich dagegen habe nie aufgehört, Dich zu lieben, ganz im Gegenteil, meine Treue zu Dir wächst mit jedem Tag weiter an.
  20. Als alter Hund brauche ich zuweilen etwas mehr Pflege, das macht Euch Arbeit, und ich habe auch mitgekriegt, dass Ihr da manchmal ums Geld streitet. Bitte steckt mich nicht ins Tierheim. Wenn meine Zeit gekommen ist, möchte ich zu Hause bei Euch einschlafen. Bitte begleitet mich als die Freunde meines Lebens bis zum letzten Tag.
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