Auch Pferde haben Arthrose und Gelenkschmerzen
Viele Renn- oder Turnierpferde kriegen massive Probleme an ihren Gelenken. Mit der Zeit können sie z. B. nicht mehr ausreichende Mengen an Gelenkflüssigkeit (Synovia) produzieren, oder aber diese Flüssigkeit entwickelt eine zu niedrige Viskosität (sie wird zu dünnflüssig). Im Ergebnis leiden die Tiere an starken Gelenkschmerzen, die zwar mit den einschlägigen Injektionen etwas gelindert werden können, aber es ist immer besser, den Tieren dann eine längere Pause für eine nachhaltige Regeneration zu gönnen, will man ihre überbelasteten Gelenke nicht endgültig zerstören.

Glucosamine erhöhen die Produktion von Gelenkflüssigkeit und erhöhen auch etwas deren Viskosität, das ist nicht nur bei Pferden so, sondern auch bekannt beim Menschen oder beim Hund. Damit werden die Gelenke sozusagen besser geschmiert. Ist die Viskosität der Flüssigkeit in den Gelenken zu niedrig, wird der Knorpel immer härter und nutzt sich ganz anders ab. Im Übrigen unterliegt ja der Gelenkknorpel ohnehin einem ständigen Gleichgewichtsprozess zwischen Abbau und Wiederaufbau. Die folgenden Faktoren sorgen diesbezüglich für ein krankhaftes Ungleichgewicht:

  • Extreme Belastungen
  • Auch das Gegenteil, nämlich zu wenig Bewegung, ist sehr schädlich
  • Starke Stöße oder Prellungen, die auch als traumatische Verletzungen bezeichnet werden
  • Länger andauernde bzw. chronische Entzündungen
  • Der Alterungsprozess

Bei hohen Laufgeschwindigkeiten oder bei Sprüngen über hohe Hindernisse werden die Gelenke besonders stark beansprucht mit der Folge eines besonders hohen Abriebes bzw. Abbaus der aufeinander reibenden Knorpelschichten, wobei eben viele Knorpelzellen (Chondrozyten) zerstört werden. Bei Prellungen oder Stößen kann die Knorpelmasse so stark zusammengedrückt werden, dass sich sogar Risse bilden können. Bei Menschen entstehen auf diese Weise die häufigen Meniskusschäden. Damit ist der gesamte Bewegungsablauf gestört, und das Pferd versucht natürlich, das betroffene Gelenk auf Kosten seiner anderen Gelenke zu entlasten.

Der nächste, meistens unausweichliche Schritt ist dann die Gelenkentzündung, bei der vermehrt Gelenkflüssigkeit produziert wird, wodurch der Druck im Gelenk weiter ansteigt. Ein beschleunigter Abbau von Knorpelzellen geht damit einher. Wenn das Tier dann etwas älter wird, verändert sich die Knorpelzusammensetzung dahin gehend, dass sowohl sein Wassergehalt, als auch seine Elastizität zurückgehen.

Bewegungsmangel

Das oben bereits erwähnte Gleichgewicht zwischen Knorpelab- und aufbau funktioniert so: Bei jedem (leichten) Zusammendrücken des Knorpels tritt etwas Flüssigkeit in die Gelenkflüssigkeit aus, und einige Knorpelzellen werden dabei mit abtransportiert. Bei der Wiederausdehnung des Knorpels wird dann nährstoffreiche Flüssigkeit sozusagen mit eingesogen, woraus dann neue Knorpelzellen gebildet werden. Dieser stetige Prozess bei der normalen Bewegung der Gelenke veranschaulicht in etwa das, was gemeint ist, wenn man im Zusammenhang mit den Gelenken von „selbst schmierenden Teilen“ spricht.

Welchen Beitrag kann die Ernährung leisten?

Ein hochwertig und auch ausgewogen ernährtes Pferd hat grundsätzlich sehr gute Chancen auf eine hervorragende Entwicklung seiner Muskulatur und auch auf eine gute Skelettentwicklung, wozu auch die gesamte Knorpelmasse gehört. Es gibt aber gut wirksame Präparate aus Glucosaminglycanen, insbesondere dem Glucosaminsulfat, die man zufüttern kann. Sie werden meistens aus den Knorpeln von Schalentieren gewonnen.
Viele Besitzer von Sportpferden bestätigen die erstaunlich positive Wirkung dieser Präparate, was übrigens auch schon in Studien bei Hunden und auch bei Menschen belegt wurde.

In welchen Fällen ist das Zufüttern von Glucosaminsulfat angezeigt?

Grundsätzlich kann und sollte man das bei allen Sportpferden und jenen Pferden, denen anderweitig hohe Leistungen abverlangt werden, machen. Dabei sollte man auch bedenken, dass Knorpel weder von Nerven, noch von Blutadern durchzogen sind, sodass es kein Warnsystem gibt, das Störungen rechtzeitig anzeigen könnte. Wie ach die Menschen, empfinden die Pferde erst dann Schmerzen, wenn der Knorpel schon nachhaltig zerstört ist, die Knochen also aufeinander reiben oder sogar Knochensplitter jede Bewegung blockieren. Man darf daher davon ausgehen, dass die Pferde starke Schmerzen haben, wenn sie sich so gar nicht bewegen möchten.

Viele Futtermittelhersteller haben bereits darauf reagiert und bieten Glucosamin haltiges Vitamin- und Kraftfutter an. Allerdings setzt damit meistens nicht die gewünschte Wirkung ein, da hierbei der Glucosaminanteil in aller Regel zu niedrig dosiert ist, und die Vitalstoffe ohnehin nur künstlich nachgeahmt werden. Zwar kann auch Glucosaminsulfat synthetisiert werden, aber es hat sich ganz eindeutig gezeigt, dass nur dessen biologische Variante vom Körper richtig aufgenommen werden kann. „Grünlipp-Muschelextrakt“ beispielsweise enthält nur wenig Wirkstoff und ist z. T. mit Schwermetallen oder sogar Toxinen belastet. Dessen Gelatine enthält nicht das, was sie verspricht und bleibt daher auch wirkungslos.

Nebenwirkungen

Glucosaminglycane und Glucosamine im Besonderen sind ja keine Medikamente, sondern es sind natürliche Nahrungsbestandteile. Bei Pferden, die sich viel bewegen (müssen), ist eine Beimischung dieser Substanzen zur normalen Ernährung unbedingt zu empfehlen. Negative Nebenwirkungen konnten bislang in keinem Fall bestätigt werden. Natürliches Glucosamin gewinnt man aus Schalentieren und Chondroitinsulfat aus Haifischknorpel.

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