Kanarienvögel sind tagaktiv: In freier Wildbahn verlassen sie ihre Schlafstätte bei Tagesanbruch und kehren erst wieder bei Sonnenuntergang dorthin zurück. Im Winter ist ihre Aktivitätsphase, bedingt durch die verkürzte Tageszeit, deutlich geringer. In Käfighaltung ziehen sich Kanarienvögel in der Nacht zum Schlafen auf eine Stange zurück. Sie drehen hierbei den Kopf nach hinten und stecken den Schnabel in ihr Gefieder.

Da es sich bei Kanarienvögeln um gesellige Tiere handelt, ist von einer Einzelhaltung abzusehen. Als artgerecht ist insbesondere die Haltung eines ganzen Schwarms zu betrachten. Lärm oder hektische Bewegungen wie das schnelle Hineinfassen in den Käfig sind zu vermeiden, da Kanarienvögel leicht in Panik geraten und infolgedessen im Käfig herumflattern oder sich an dessen Rand anklammern.

Die Kommunikation erfolgt bei Kanarienvögeln sowohl über Rufe und den Gesang als auch über die Körpersprache. Für Menschen ist es nicht leicht, Letztere richtig einzuschätzen. Spreizen Kanarienvögel beispielsweise ihre Flügel ab, kann es sich hierbei um eine Drohgebärde gegenüber Artgenossen handeln, sei es zur Verteidigung des eigenen Reviers oder der Nahrung. Andererseits kann das Abspreizen der Flügel auch eine reine Abkühlungsmaßnahme darstellen.
Gleiches gilt für einen geöffneten Schnabel: Dieser kann sowohl Ausdruck des sogenannten „Hechelns“ sein und der Abkühlung dienen als auch als Drohgebärde fungieren.
Ein aufgeplustertes Gefieder tritt bei Müdigkeit oder Zufriedenheit auf, deutet möglicherweise jedoch auch auf eine Krankheit des Kanarienvogels hin. Zu den häufigsten Krankheitsursachen zählen der Milben- und Parasitenbefall.
Obwohl Kanarienvögel äußerst friedliche Tiere sind, kann es unter ihnen dennoch zu Streitigkeiten kommen. Werden mehrere Kanarienvögel in einer Voliere gehalten, ist darauf zu achten, ob ein Vogel gejagt und nicht an das Futter gelassen wird. Ist dies der Fall, ist er von seinen Artgenossen zu trennen und in einen anderen Käfig zu setzen. Andernfalls kann das Tier an Herzversagen sterben, da es nicht zur Ruhe kommt.

Kanarienvögel werden nicht so zahm wie Wellensittiche oder Papageien. Durch einen geduldigen und aufmerksamen Umgang mit ihnen kann jedoch erreicht werden, dass sie sich auf Schulter oder Hand des Menschen setzen und sich ihm annähern.

Grundsätzlich gilt, dass das Verhalten der Kanarienvögel genau zu beobachten ist, um Änderungen rechtzeitig bemerken und bei Krankheitsanzeichen frühzeitig reagieren zu können.

 

 

 

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