Spätestens, wenn Ihr Hund nicht auf Zuruf reagiert, Ihr „Sitz“ ignoriert oder Sie verständnislos anschaut, obwohl er ein Kommando längst kennt und auch befolgen kann, wird klar, dass in der Erziehung etwas schief gelaufen ist.

Fehler Nr. 1: Dauerbeschallungs-Effekte

Es genügt, wenn Sie ein bekanntes Kommando einmal von sich geben. Ist der Hund sehr abgelenkt, dann darf es auch ein zweites Mal sein. Er hat Sie vielleicht tatsächlich nicht gehört. Aber in der Regel bedeutet ein Kommando, dass der Hund ihm Folge leisten muss. Jetzt – nicht irgendwann, wenn er dazu Lust hat. Wenn Sie 20-mal „Hier!“ brüllen, erhöht das auch nicht die Chance, dass er reagiert. Wo Sie sind, weiß er schließlich. Sie haben es ja oft genug mitgeteilt. Kommandos, die man einfach so in den Raum brüllt, verlieren sehr schnell ihre Wirkung und werden gar nicht mehr beachtet.

Fehler Nr. 2: Körpersprache und klare Ansage

Ihr Hund spürt sehr genau, wenn Sie. ihm etwas vormachen. Er sieht Ihren Gesichtsausdruck, Ihre Körperhaltung und hört wie Sie Ihre Worte betonen. Das erzeugte Gesamtbild muss für ihn stimmen, damit er wirklich weiß, was Sie möchten. Ein freundliches „Komm her“ und eine drohende Körperhaltung neben einem wütenden Gesichtsausdruck, verunsichern ihn nur.

Fehler Nr. 3: Nachlässigkeit und ein Kurzzeitgedächtnis

Ihr Hund hat konsequent alle Kommandos eingeübt? Prima. Warum hören Sie. dann auf, konsequent zu sein? Ihr Hund folgert nur daraus, dass ein Kommando eine freundliche Einladung ist, der er folgen kann, aber nicht muss. Er wird bald den Sinn und Zweck völlig vergessen haben. Das Gleiche droht Ihnen , wenn Sie jeden Gehorsam mit Leckerchen belohnen. Soll er Ihnen gehorchen oder der Leckertüte? Ein leerer Leckerbeutel kann unter Umständen bewirken, dass Ihr Hund es gar nicht einsieht, Ihnen zu gehorchen.

Fehler Nr. 4: Kommando mit Echo

Ein ständig wiederholendes Kommando, während der Hund es bereits ausführt, hat nur zur Folge, dass er es nur so lange ausführt, wie Sie „besprechen“ und mit andauerndem „Bleib“ oder „Sitz“ beschallen. Er hat Sie doch verstanden, er tut ja was Sie wollen und er benötigt kein Echo um es weiterhin auszuführen.

Fehler Nr. 5: Kommando zu früh

Geben Sie Kommandos zeitnah, ein Kommando muss befolgt werden, wenn man es ausspricht, nicht 5 Minuten später. Sie lösen die Leine, er läuft los und im gleichen Moment ertönt: „Bei Fuß“ – das irritiert ihn. Besser wäre das Kommando zu geben und die Leine gleichzeitig zu lösen. Das versteht er.

Fehler Nr. 6: Lob zu spät

Sie sind sein Boss, sein Rudelführer, sein Gesetz und er will Ihre Anerkennung. Loben Sie sofort, wenn er das tut, was Sie wollen. Sie wollen ja auch, dass er sofort reagiert, wenn Sie ein Kommando geben. Suchen Sie nicht erst umständlich nach Leckerchen, sondern loben Sie mit Ihrer Stimme und mit Streicheln.

Fehler Nr. 7: Ab und zu konsequent

Ihr Hund reagiert nur auf dem Hundeplatz perfekt? Dann hat er gelernt, dass Kommandos nur an bestimmten Orten zu leisten sind. Auf dem Hundeplatz sind Sie vielleicht konsequenter, loben mehr oder locken mit Spielzeug und Leckerchen. Zu Hause werden Kommandos nicht geübt, das Leckerchen bleibt auch in der Dose und das Spielzeug liegt noch im Auto. Kommandos gelten immer und überall, sollten immer wieder an unterschiedlichen Orten trainiert werde. Loben und belohnen Sie immer auf die gleiche Art. Nur so wird Ihr Hund verstehen, dass er Ihnen gehorchen muss und nicht nur zu bestimmten Zeiten und an bestimmten Orten.

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