Die richtige Haltung des Rhodesian Ridgebacks

Der Rhodesian Ridgeback wurde in seiner Heimat Südafrika gezielt gezüchtet, um Menschen bei der Jagd auf Großwild zu begleiten und dessen Fährten über weite Distanzen aufzuspüren. Aufgrund seiner Zuchtgeschichte ist diese Rasse nicht nur mit einer exzellenten Spürnase ausgestattet, sondern besitzt auch ein ausgeprägtes Talent, als Teamplayer zu agieren. Dennoch darf das eigensinnige und selbstständige Wesen des Rhodesian Ridgebacks nicht unterschätzt werden, denn dieser würdevolle und außergewöhnlich intelligente Hund ist sich seiner Wirkung auf Menschen durchaus bewusst. Er besitzt ein starkes Durchsetzungsvermögen und sollte daher nur von Menschen gehalten werden, die die Zeit und Energie aufbringen können, um ihn liebevoll, aber konsequent zu erziehen. Eine frühe Sozialisierung ist unumgänglich, um den Rhodesian Ridgeback zu einem unproblematischen Begleiter zu machen, der bei allen täglichen Unternehmungen dabei sein kann.

Ein Energiebündel, das beschäftigt werden muss

Durch seine Herkunft und ursprüngliche Funktion als Jagdhund, der über weite Distanzen Großwild aufspürt, ist der Rhodesian Ridgeback von einem großen Bewegungsdrang gekennzeichnet. Dies bedeutet, das er täglichen langen Auslauf in der freien Natur benötigt, um sein ausgeglichenes Wesen zu fördern. Daher passt er sehr gut zu Menschen, die sich in Wald und Wiese regelmäßig sportlich betätigen. Wer einen Hund sucht, der sich mit gemütlichen Spaziergängen in Parkanlagen zufrieden gibt, wird mit dem Rhodesian Ridgeback keine gute Wahl treffen und von seinem Bewegungsbedürfnis überfordert sein. Von der Haltung in einer Stadtwohnung ist daher dringend abzuraten, in einem Haus mit großem Garten hingegen fühlt sich der Rhodesian Ridgeback am wohlsten.
Neben täglichem Auslauf benötigt diese als Arbeitshund gezüchtete Rasse auch Aufgaben. Wird er sinnvoll beschäftigt und konsequent, aber liebevoll erzogen, zeigt er eine enorme Leistungsbereitschaft und Vielseitigkeit. Mit Härte und unfairer Behandlung kommt man bei einem Rhodesian Ridgeback allerdings nicht weit, denn auf Zwang reagiert er mit einer ausgesprochenen Sturheit, die seinem selbstständigen Wesen zugrunde liegt. Er sollte mit geduldiger und sensibler Hand erzogen und täglich beschäftigt werden. Zu den Tätigkeiten, die sich für den Rhodesian Ridgeback neben der Jagd besonders gut eignen, zählen Agility, Obediance und Mantrailing. Auch als Rettungshunde kommen Rhodesian Ridgebacks erfolgreich zum Einsatz.

Ein idealer Familienhund

Ein gut erzogener und früh an soziale Kontakte gewöhnter Rhodesian Ridgeback kann seine Besitzer trotz seiner Größe und seines energischen Wesens durchaus bei allen Unternehmungen begleiten. Ob Familienausflüge, Fahrten in öffentlichen Verkehrsmitteln oder Restaurantbesuche, ein sozialisierter Rhodesian Ridgeback ist äußerst anpassungsfähig und folgsam und wird anderen Menschen und Hunden gegenüber nie Aggressionen zeigen. Viele erfahrene Halter können ihren Rhodesian Ridgeback auch zur Arbeit mitnehmen, ohne dass dies mit Problemen verbunden ist. Dabei sollte allerdings bedacht werden, dass ausgewachsene Hunde oft mehr als vierzig Kilogramm auf die Waage bringen und deren imposante Größe im Falle unerwarteter Reaktionen das schnelle Handeln eines starken Besitzers erfordert.

Auch als Familienhund ist diese Rasse hervorragend geeignet. Durch seinen ausgeglichenen Charakter ist der Rhodesian Ridgeback ein liebevoller Spielgefährte, verhält sich Kindern gegenüber äußerst geduldig und friedlich und ist allen Familienmitgliedern treu ergeben. Auffallend ist sein zärtliches und einfühlsames Wesen, das er Kleinkindern gegenüber ebenso zeigt wie älteren Menschen. Für ein reibungsloses Zusammenleben mit Kindern ist natürlich Grundvoraussetzung, dass die Eltern ihrem Nachwuchs einen verantwortungsvollen und respektvollen Umgang mit dem Hund lehren. Da der Rhodesian Ridgeback den engen Kontakt zu seinen Bezugspersonen benötigt, sollte er nicht von alleinstehenden und voll berufstätigen Menschen gehalten werden. Wird er jeden Tag mehrere Stunden alleine gelassen, kann er schnell sozial verkümmern und dann ungewünschte Verhaltensweisen an den Tag legen. Auch für die Zwingerhaltung ist er nicht geeignet, da er sich immer im Familienverband aufhalten möchte. In Südafrika, wo der Rhodesian Ridgeback gezüchtet wurde, war und ist er nicht nur als Jagdhund gefragt, sondern auch in der Funktion eines Wachhundes, um menschliche Behausungen und Siedlungen vor den Angriffen durch große Wildkatzen zu schützen. Dementsprechend ist er ein hochtalentierter Wachhund, der seine Bezugspersonen immer beherzt verteidigen und beschützen wird. Daher ist er vor allem als Wachhund für große Grundstücke ideal, da er jede Bedrohung frühzeitig richtig einschätzen und dementsprechend reagieren kann. Fremden gegenüber zeigt er sich distanziert, jedoch ausschließlich bei akuter Bedrohung aggressiv.Wie bei den meisten großen Hunderassen sind eine konsequente Erziehung und frühe Sozialisierung die wichtigsten Grundvoraussetzungen für ein reibungsloses Zusammenleben mit dem Rhodesian Ridgeback. Wenn er ausgelastet ist, kommen alle seine positiven Eigenschaften zum Vorschein, die ihn zu einem treu ergebenen, liebevollen und gelehrigen Begleiter und Wachhund machen.