Das Schnabeltier verbindet Merkmale, die auf den ersten Blick kaum zusammenpassen: Es besitzt Fell, legt Eier und sucht mit einem empfindlichen Schnabel unter Wasser nach Nahrung. Damit gehört es zu den wenigen heute lebenden Kloakentieren.
Wo leben Schnabeltiere?
Schnabeltiere kommen im Osten Australiens und auf Tasmanien vor. Sie bewohnen Flüsse, Bäche und Seen mit geeigneten Ufern. Dort graben sie Baue, in denen sie ruhen und ihre Jungen aufziehen. Sauberes Wasser und stabile Ufervegetation sind für ihren Lebensraum wichtig.
Ein Schnabel voller Sensoren
Unter Wasser schließen Schnabeltiere Augen, Ohren und Nasenöffnungen. Trotzdem finden sie Larven, Würmer und kleine Krebstiere. Ihr Schnabel enthält Rezeptoren, die schwache elektrische Signale und Wasserbewegungen wahrnehmen. So können sie Beute am Gewässergrund orten.
Säugetier mit Eiern
Weibchen legen wenige, kleine Eier in einem besonders ausgepolsterten Brutbau. Nach dem Schlupf werden die Jungtiere mit Milch versorgt. Schnabeltiere besitzen jedoch keine Zitzen; die Milch tritt über Hautbereiche aus und wird vom Fell beziehungsweise aus Hautfalten aufgenommen.
Wehrhafte Männchen
Männliche Schnabeltiere tragen an den Hinterbeinen einen Sporn, über den ein Gift abgegeben werden kann. Für Menschen ist eine Verletzung sehr schmerzhaft. Das Tier setzt den Sporn vor allem in Auseinandersetzungen ein.
Gefährdungen und Schutz
Dürre, Hochwasser, Uferverbauung, Verschmutzung und Beifang können lokale Bestände belasten. Der Schutz naturnaher Gewässer hilft nicht nur dem Schnabeltier, sondern vielen weiteren Arten.
Fazit: Das Schnabeltier ist kein „Mischwesen“, sondern das Ergebnis einer eigenständigen Entwicklungslinie – perfekt angepasst an das Leben zwischen Flussufer und Wasser.