Hunde können aus vielen Gründen aggressiv sein

 

– weil Hunde gerne jagen

– weil sie Angst vor etwas haben
– weil sie nach mehreren Versuchen beim Erreichen eines bestimmten Ziels immer noch scheitern
– weil die Hunde ein ausgeprägtes Spielverhalten zeigen
– aufgrund einer organischen Erkrankung

Lässt man das unangemessene Spielverhalten, Erkrankungen und den natürlichen Jagdtrieb außer acht, dann sind die wahrscheinlichsten Auslöser für Aggressionen von Hunden die Gefühle Wut und Angst.

Entweder hat der Hund vor Etwas Angst oder er hat Angst die Kontrolle über eine besondere Situation zu verlieren. In beiden Fällen hat der Hund nun folgende Möglichkeiten:

– er kann weglaufen
– er kann sich verteidigen
– oder er kann sich anfreunden sowie beschwichtigen

Ob ein Hund wegläuft, oder bleibt und sich verteidigt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Selbst wenn sich ein Hund dazu entschieden hat zu Bleiben und zu Kämpfen, dann heißt das immer noch nicht, dass er keine Angst hat. Hunde verfolgen immer ein bestimmtes Ziel: Sie möchten einen möglichst großen Abstand zwischen sich und dem Angst-Auslöser bringen.

Aggression durch Angst

In den meisten Fällen zeigt der Hund zuerst ein defensives Verhalten. Erst wenn dieses fehlschlägt, dann geht er in den Angriff über. Die meisten Menschen deuten dieses Verhalten leider falsch. Vielleicht konnte der Hund sich nicht richtig zurückziehen? Oder vielleicht hat er durch seine Körpersprache gezeigt, dass ihm die Situation Angst macht und das Herrchen hat diese Signale einfach nicht erkannt? Denkbar wäre auch, dass er geknurrt hat und ihm dies sofort von seinem Herrchen verboten wurde? Es gibt unzählige weitere Beispiele, die einen falschen Aktions- und Reaktionsablauf bestätigen.

Aggression durch Wut

In der Regel entsteht die Wut bei einem Hund durch die Frustration. Kann er ein bestimmtes Ziel nicht erreichen, eine Situation kontrollieren oder auf störende Erlebnisse nicht richtig reagieren, dann führt dies erst zu Frustration und dann zu Wut. Angst und Wut werden nur durch eine hauchdünne Schicht getrennt. Für den Hundehalter ist es schwer, dies richtig zu deuten.

Warum reagiert mein Hund nicht so wie ein anderer Hund?

Die hauptsächlichen Gründe sind:

– besondere Umwelterfahrungen und -einflüsse
– die erblichen Anlagen, die durch die Zucht beeinflusst werden
– negative Erfahrungen (mit dem jeweiligen Auslöser) in der Vergangenheit
– die Haltungsbedingungen in der Vergangenheit
– eine essenziell wichtige Rolle spielt es, welche Lernerfahrungen der Hund in der Vergangenheit im Zusammenhang mit seinem Aggressionsverhalten gemacht hat. War sein damaliges Verhalten erfolgreich und konnte er sich auch abreagieren?

Wird ein Hund aggressiv, dann überfluten chemische Stoffe sein Gehirn. Diese Stoffe sind dafür gedacht, den Hund in eine Alarmbereitschaft zu versetzen. Die meisten dieser Stoffe vermitteln dem Hund angenehme Empfindungen. Nach diesen kann der Hund regelrecht süchtig werden. Dieser logische Zusammenhang führt zu folgendem Ergebnis:

Jeder einzelne aggressive Zwischenfall wird von eurem Hund wie eine Belohnung wahrgenommen. Dazu müsst ihr selbst weder etwas tun noch etwas zu eurem Hund sagen. Dieses besondere Aggressionsverhalten lässt sich auch sehr schnell auf viele andere Situationen übertragen. Dies soll euch auf jeden Fall verdeutlichen, dass es besonders wichtig ist jeden aggressiven Zwischenfall unbedingt zu vermeiden!

Egal, welche Art von Grund hinter dem jeweiligen Aggressionsverhalten eures Hundes steht: Ein Hund verhält sich auf keinen Fall so, weil er in einer besonderen Hochstimmung ist, oder weil er nicht auf euch hört. Gefühle, die bei eurem Hund zu einem aggressiven Verhalten führen, sind für ihn an sich nicht direkt angenehm. Erst in Kombination mit dem Aggressionsverhalten und der persönlichen Erfahrung des Hundes kann das aggressive Verhalten an sich belohnend sein oder im schlimmsten Fall sogar dauerhaft süchtig machen.

Jeder Hund handelt in der Regel sehr kurzsichtig. Auf kurze Sicht betrachtet ist das Verhalten für den Hund zum einen notwendig und zum anderen auch selbst belohnen. Erst auf lange Sicht bringen die Verhaltensweisen dem Hund permanenten Stress und in ganz besonders schlimmen Fällen sogar die Euthanasie. Jeder Hundehalter sollte wissen, bei welchen Auslösereizen sein Hund ein aggressives Verhalten an den Tag legt. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, dass solche Situationen auf keinen Fall absichtlich herbeigeführt werden.

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